Der Eurasier ist ein mittelgroßer Familienhund mit einem Körperbau, der an nordische Hunde erinnert. Das Fell des Eurasiers ist mittellang und bedarf wenig Pflege. Die Farbpalette reicht von falben bis rot, grau-gewolkt bis schwarz und schwarz-marken (schwarz mit hellen Abzeichen). Der Eurasier fasziniert durch seine Ruhe und Ausgeglichenheit. In seinem Revier, Haus oder Wohnung, ist er ausgesprochen wachsam. Seiner Familie gegenüber ist der Eurasier anhänglich und sucht ihre Nähe, bei Fremden ist er desinteressiert und zurückhaltend. Mit Konsequenz ist der Eurasier gut erziehbar, Dressur allerdings verträgt er nicht. Sein Verhaltensrepertoire ist natürlich geblieben, er braucht viel Bewegung, kann aber andererseits, wenn reichlich Auslauf geboten wird, problemlos auch in der Etagenwohnung gehalten werden. Dies alles macht den Eurasier zu einem angenehmen Familienhund, für den der enge Kontakt zu seinen Menschen das Wichtigste ist. Zwingerhaltung würde seinem Wesen nicht gerecht werden.
Entstanden ist der Eurasier aus den Ausgangsrassen Chow-Chow und Wolfsspitz. Anfang der 60iger Jahre wurden drei miteinander verwandte Wolfsspitzhündinnen (Wurfgeschwister) mit Chow-Chow-Rüden verpaart, anschließend die vielversprechenste Linie in enger Inzucht weiter entwickelt. Der dem Zuchtziel entsprechende Rüde „Droll vom Jägerhof“ wurde zudem zur Vereinheitlichung des Typs für alle Zuchthündinnen als Deckrüde eingesetzt. Wegen der sehr schmalen Zuchtbasis wurde 1972 zur Erweiterung des Genpols ein Samojede eingekreuzt. Daraus resultierten deutlich größere und vitalere aber auch weniger wachsame und Fremden zugängliche Hunde. Da diese Entwicklung unterschiedlich beurteilt wurde, züchtet man den Eurasier heute in mehreren Vereinen mit folglich unterschiedlicher Auffassung zum bevorzugten Typ.
Einige Züchter, die den Trend zum Samojeden-typischen Hund nicht mit ihrer Vorstellung vom typvollen Eurasier in Übereinstimmung bringen konnten, gründeten 1995 die Interessengemeinschaft für altstämmige Eurasier. Zuchtziel sind Eurasier des ursprünglichen Typs vor Einkreuzung des Samojeden, so genannte „altstämmige Eurasier“. Zwecks Erweiterung der Zuchtbasis und zur Festigung fast verlorener Eigenschaften wurden erfolgreich Hunde der Ursprungsrassen (Chow-Chow und Wolfsspitz) sowie typvolle Eurasier-Rüden anderer Vereine eingekreuzt. Da dieses Vorgehen den im VDH organisierten Vereinen aufgrund ihrer Zuchtrichtlinien zum Zeitpunkt der Gründung der Interessengemeinschaft für altstämmige Eurasier bis ca. im Jahr 2003 verwehrt war, hat die Interessengemeinschaft eine Mitgliedschaft im VDH nie angestrebt.